Segelfliegen im Winter: Hoch oben in der Welle

Geschrieben von Leif Schreiber am 10.01.2018 um 12:01 Uhr


Während manch einer bei den grauen, windigen Wintertagen es nicht für möglich hält mit dem Segelflugzeug in eisige Höhen aufzusteigen, bewegen sich die Mannheimer Segelflieger voller Motivation in der Luft.

Über der Rheinebene kommt es bei passenden Windverhältnissen zu sogenannten Leewellen. Vorstellen kann man sich diese wie eine Störung in der Luftströmung beim Passieren von Gebirgszügen, in unserem Fall der Pfälzer Wald bei Westwind oder der Odenwald bei Ostwind. Diese Störung kennzeichnet sich durch Auf- und Abwärtsbewegungen der Luftmasse im Lee des Gebirges (daher Leewelle). Die Aufwärtsbewegungen der Luft sind das Ziel der Segelflieger. Dort kann man motorlos bis in große Höhen steigen.

 

   

 

Wellenflüge gelten als die mit Abstand schönsten Segelflüge. Man genießt eine unglaubliche Aussicht über den Wolken. Die Luft ist komplett ruhig, man merkt gar nicht richtig, dass man überhaupt fliegt. Hinzu kommt, dass man im motorlosen Flug Höhen weit über 3000 Meter erreichen kann! Beides ist bei normaler Thermik in der Regel nicht möglich.

Die richtige Vorbereitung für Wellenflüge ist essentiell. Bei Temperaturen von bis zu -15°C in der Höhe muss man warm gekleidet sein. Außerdem ist die Mitnahme von Sauerstoff bei Höhen über 3600m vorgeschrieben.

 

   

 

Zusammenfassend bietet gerade der Winter Gelegenheit für tolle und atemberaubende Wellenflüge. Eine weitere Möglichkeit bei starkem Winde bietet der Hangflug, welcher im nächsten Beitrag vorgestellt wird.

Gleichzeitig werden zurzeit unsere Flugzeuge in der Werkstatt gewartet und auf den Saisonbeginn Anfang März vorbereitet. Ab da findet wieder der reguläre Flugbetrieb an Wochenenden und Feiertagen statt.

 

   

 

Text & Fotos: Christian Polizzano