Sibylle Andresen erfliegt in Nevada/USA neuen Segelflugweltrekord

Geschrieben von Magnus Bieneck am 22.07.2017 um 09:46 Uhr


Auch in diesem Jahr verbringen die Mannheimer Segelflieger Ingo und Sibylle Andresen ihre Flugsaison wieder auf dem Flugplatz der amerikanischen Kleinstadt Ely im Osten des Bundesstaates Nevada.

Am Montag, den 03.07. stellte dort Sibylle Andresen mit ihrem Segelflugzeug vom Typ ASH 31 Mi einen neuen Frauen-Geschwindigkeits-Weltrekord auf mit über 156 km/h über einer angemeldeten Dreiecksstrecke von 750 km. Voraus gingen dem Flug umfangreiche Planungen, die sich an den Gegebenheiten der von Gebirgen durchzogenen Wüstenlandschaft von Nevada von Landschaft und Wetter orientierten. Am Morgen wurde nach Sichtung von Satellitenbildern und detailliierten meteorologischen Unterlagen die Eckpunkte des Dreiecksfluges festgelegt und in einen Flugdatenrecorder eingegeben. Letzteres geschieht um später nachweisen zu können, dass die geplante Strecke auch so abgeflogen wurde wie sie vorher angemeldet wurde. Danach wurde das Flugzeug vorbereitet und mit 100 l Wasserballast betankt, um es schwerer und damit schneller zu machen.

 

Nach Abflug über die Startlinie ging es im schnellen Gleitflug mit Spitzengeschwindigkeiten über 240 km/h entlang verschiedener Gebirgsketten und über ausgetrockneten Salzsee auf den 240 km langen Weg nach Norden. Mit einer Schnittgeschwindigkeit von 174 km/h wurde die erste Wende genommen. Ein gutes Zeitpolster für den weiteren Weg nach Südwest. Der gestaltete sich erst einmal nicht ganz so einfach, Gegenwind bremste und zusätzlich wolkenlose Gebiete die das Auffinden von immer wieder notwendigen Aufwinden erschwerten. Das kostet Höhe und damit Geschwindigkeit. Die Zwischenbilanz für den 2. Dreiecksschenkel dann auch nur 142 km/h. Der letzte Schenkel musste also wieder schneller werden, um die Geschwindigkeit für den Weltrekord zu halten.

 

 

Nach der zweiten und letzten Wende führte der Flugweg durch von Regenschauern und abgeschatteten Bereichen (ohne Sonneneinstrahlung keine Aufwinde) gekennzeichnete Gebiete. Da galt es die richtigen taktisch Entscheidungen zu fällen, um durch zu große Umwege nicht weiter Geschwindigkeit zu verlieren. Ein wenig half Rückenwind und die richtige Auswahl letzter aber auch starker Aufwinde, die im Endspurt auf der letzten Teilstrecke zu 162 km/h verhalfen.

Sibylle Andresen vollendete damit die Gesamtstrecke des 750 km großen Dreiecks mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von mehr als 156 km/h, und überbot den seit über 10 Jahren bestehenden alten Weltrekord um mehr als 5 km/h. Nach ihren beiden Weltrekorden aus dem letzten Jahr über 300 km und 500 km ist das ihr dritter Weltrekord. Dazu kommen weiter 19 Deutsche und Internationale Rekorde.