Fluglager 2026 in Achmer

Vom 1. bis 16. August 2026 führte der Segelflugverein Mannheim sein diesjähriges Fluglager auf dem Flugplatz Achmer (EDXA) bei Osnabrück durch, um dort zwei Wochen lang gemeinsam zu fliegen und insbesondere auch die Ausbildung voranzubringen. Der gastgebende Osnabrücker Verein für Luftfahrt (OVfL) stellte hierfür ideale Rahmenbedingungen zur Verfügung und bot dem Segelflugverein Mannheim eine hervorragende Basis für zwei erfolgreiche Wochen.

Für einige Vereinsmitglieder bedeutete das Fluglager zugleich die Rückkehr an einen vertrauten Ort. Bereits im Jahr 2019 hatte der Segelflugverein Mannheim ein Fluglager in Achmer durchgeführt. Die positiven Erinnerungen an den damaligen Aufenthalt sowie die ausgezeichneten Bedingungen vor Ort machten den Flugplatz erneut zu einem attraktiven Ziel für das diesjährige Sommerfluglager.

Bereits die Vorbereitung eines solchen Fluglagers erforderte einen erheblichen organisatorischen Aufwand. Mehrere Vereinsflugzeuge mussten zusammen mit ihren Anhängern über rund 450 Kilometer nach Achmer transportiert werden. Hinzu kamen die Planung der Unterbringung, die Organisation des Flugbetriebs sowie die Koordination zahlreicher Helferinnen und Helfer. Dank des großen Engagements vieler Mitglieder verlief die Anreise reibungslos, sodass die Flugzeuge unmittelbar nach ihrer Ankunft aufgerüstet und für den Flugbetrieb vorbereitet werden konnten.

Während des Fluglagers entstand auf dem Vereinsgelände in Achmer schnell eine eigene kleine Gemeinschaft. Ein Teil der Teilnehmer war in den Zimmern des Vereinsheims untergebracht, viele weitere übernachteten in Zelten oder Wohnmobilen direkt auf dem Platz. Insgesamt nahmen 33 Mitglieder am Fluglager teil. Einige reisten für einzelne Tage an, viele verbrachten jedoch die gesamte Dauer des Fluglagers in Achmer. Die Teilnehmer reichten dabei von Flugschülern über frisch lizenzierte Pilotinnen und Piloten bis hin zu langjährigen Streckenflugpiloten und zwei Fluglehrern.

Blick auf den Flugplatz Achmer (EDXA)
Der Startleiter sorgt für einen sicheren und geordneten Ablauf am Start
Vor dem Start wird das Flugzeug gemeinsam auf die Startbahn gebracht

Für den Flugbetrieb standen acht Vereinsflugzeuge zur Verfügung: die Doppelsitzer ASK 21 und DG 1000, zwei Astir, drei LS4 und eine LS8. Darüber hinaus brachten einige Teilnehmer eigene Flugzeuge mit. So entstand die besondere Atmosphäre, die ein Fluglager von einem gewöhnlichen Flugbetrieb unterscheidet.

Beeindruckende Flugbilanz

Windenstart in Achmer

Die Bilanz des Fluglagers kann sich mehr als sehen lassen. Während der zwei Wochen wurden insgesamt 453 Starts durchgeführt und dabei 308 Flugstunden erflogen. Diese Zahlen verdeutlichen eindrucksvoll den Umfang des Flugbetriebs und zeigen, wie intensiv die Zeit in Achmer genutzt wurde.

Besonders erfreulich war dabei die hohe Zahl an Ausbildungsflügen. Von den insgesamt 453 Starts entfielen 305 Starts auf die Schulung. Damit stand die fliegerische Ausbildung erneut im Mittelpunkt des Fluglagers. Insgesamt wurden 118 Stunden in der Schulung geflogen. Davon entfielen 48 Stunden und 144 Starts auf Schulungsflüge mit Fluglehrer im Doppelsitzer und weitere 70 Stunden und 161 Starts auf Schulungsflüge im Einsitzer.

Die Statistik zeigt sehr eindrucksvoll, wie intensiv viele Flugschüler ihre Ausbildung während des Fluglagers voranbringen konnten.

Anflug zur Landung

Auch die Scheinpiloten nutzten die Möglichkeiten vor Ort. Auf sie entfielen 148 Starts und 190 Flugstunden. Vom frühen Morgen bis in die Abendstunden hinein herrschte daher an vielen Tagen reger Flugbetrieb. Die Flugzeuge waren regelmäßig in der Luft und wurden intensiv genutzt.

Windenstart: Der Flügelmann läuft die ersten Meter mit
Warten auf den nächsten Start im Doppelsitzer-Cockpit

Mehrere Piloten nutzten die guten Bedingungen zudem für ausgedehnte Streckenflüge. So wurde unter anderem Bremen umrundet, andere Flüge führten bis an die niederländische Grenze, während wiederum andere Pilotinnen und Piloten die Region rund um Münster aus der Luft erkundeten. Die abwechslungsreiche Landschaft Nordwestdeutschlands bot hierfür ideale Voraussetzungen und eröffnete zahlreiche attraktive Streckenflugmöglichkeiten.

Blick beim Start: Die Landschaft rund um Achmer

Ausbildung im Mittelpunkt

Fluglager bieten ideale Voraussetzungen für die fliegerische Ausbildung. Anders als im regulären Wochenendbetrieb können Flugschüler über viele aufeinanderfolgende Tage hinweg kontinuierlich fliegen und das Gelernte unmittelbar anwenden. Die kurzen Wege, die ständige Verfügbarkeit der Flugzeuge und die enge Zusammenarbeit mit den Fluglehrern schaffen dabei optimale Lernbedingungen.

Auch in Achmer zeigte sich dieser Vorteil deutlich. Die hohe Zahl an Schulungsstarts und Flugstunden spiegelte den Ausbildungsfokus des Fluglagers wider. Viele Flugschüler konnten wichtige Fortschritte erzielen und ihre Ausbildung entscheidend voranbringen. Besonders erfreulich waren dabei zwei erfolgreich absolvierte erste Alleinflüge. Der erste Start ohne Fluglehrer an Bord zählt zu den bedeutendsten Meilensteinen einer Segelflugausbildung und bleibt den Beteiligten meist ein Leben lang in Erinnerung.

Darüber hinaus konnten während des Fluglagers mehrere neue Musterberechtigungen erworben werden. Neben zwei Astir-Berechtigungen wurden auch eine LS4- sowie eine LS8-Berechtigung erfolgreich abgeschlossen. Diese Erfolge verdeutlichen die große Bedeutung von Fluglagern für die fliegerische Weiterentwicklung der Vereinsmitglieder.

Gerade die Verbindung von Schulungsbetrieb und erfahrenen Pilotinnen und Piloten erwies sich dabei erneut als großer Vorteil. Während die Flugschüler von den Erfahrungen erfahrener Mitglieder profitieren konnten, trugen diese gleichzeitig als Startleiter, Windenfahrer, Fluglehrer oder Organisatoren wesentlich zum Gelingen des Flugbetriebs bei.

Alltag im Fluglager

Der umfangreiche Flugbetrieb war nur möglich, weil alle Beteiligten auch am Boden gemeinsam anpackten. Jeder Flugtag begann mit den notwendigen Vorbereitungen. Die Flugzeuge wurden ausgeräumt, aufgerüstet und für den Einsatz vorbereitet. Nach dem Briefing wurden die Aufgaben für den Flugbetrieb verteilt, bevor der erste Start erfolgen konnte.

Ein funktionierender Flugbetrieb setzt dabei das Zusammenspiel vieler Personen voraus. Neben den Pilotinnen und Piloten sorgen insbesondere Startleiter, Windenfahrer und Fluglehrer dafür, dass sicher und effizient geflogen werden kann. Hinzu kommen zahlreiche organisatorische Aufgaben im Hintergrund, die während eines zweiwöchigen Fluglagers täglich anfallen.

Gemeinsame Pause im Schatten

Gerade diese gemeinsame Arbeit prägt den Charakter eines Fluglagers. Alle Beteiligten tragen ihren Teil dazu bei, dass der Flugbetrieb funktioniert. Dadurch entsteht ein starkes Gemeinschaftsgefühl, das weit über das eigentliche Fliegen hinausgeht. Für neue Mitglieder und Flugschüler bietet ein Fluglager zudem die Möglichkeit, den Verein in besonderer Weise kennenzulernen und Teil dieser Gemeinschaft zu werden.

Auch außerhalb des Flugbetriebs bot das Lager zahlreiche Gelegenheiten zum Austausch. Gemeinsame Mahlzeiten, die Nachbesprechung der Flugtage und die vielen Gespräche zwischen den Teilnehmern gehören ebenso zu einem Fluglager wie Starts und Landungen. Gerade diese Mischung aus intensivem Flugbetrieb und gemeinsam erlebtem Vereinsalltag macht den besonderen Reiz einer solchen Veranstaltung aus.

Besondere Momente

Neben den Ausbildungserfolgen und den beeindruckenden Flugzahlen gab es auch einige besondere Ereignisse. Einen besonderen Höhepunkt bildete die partielle Sonnenfinsternis am 12. August. Viele Teilnehmer verfolgten das seltene Naturschauspiel direkt auf dem Flugplatz. In Kombination mit den an diesem Tag durchgeführten Sunset-Flügen entstand ein außergewöhnlicher Flugtag, der sicherlich vielen Teilnehmern in Erinnerung bleiben wird.

Sunset-Flug am 12. August – Blick aus dem Cockpit in die Abenddämmerung

Die partielle Sonnenfinsternis und die Sunset-Flüge ergänzten damit die zahlreichen fliegerischen und gemeinschaftlichen Erlebnisse, die das Fluglager in Achmer prägten.

Ein gelungener Abschluss

Nach zwei intensiven Wochen endete das Fluglager schließlich mit dem gemeinsamen Abrüsten der Flugzeuge und der Heimreise nach Mannheim. Zurück bleiben nicht nur beeindruckende Zahlen und fliegerische Erfolge, sondern vor allem viele gemeinsame Erinnerungen, neue Erfahrungen und zahlreiche Fortschritte in der Ausbildung.

Das Fluglager in Achmer hat einmal mehr gezeigt, welchen besonderen Stellenwert solche Veranstaltungen für das Vereinsleben und die fliegerische Entwicklung der Mitglieder haben. Die Kombination aus erfolgreicher Ausbildung, intensiver fliegerischer Betätigung, gemeinschaftlichem Engagement und vielen schönen Erlebnissen machte die zwei Wochen in Achmer für alle Beteiligten zu einer rundum gelungenen Veranstaltung.

Text & Fotos: Kian Safaie

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